Mirena Spirale
  Frauengesundheit Vallendar Dr. med. Roland Mathan
Frauenarzt - Homöopath
Naturheilkunde - Naturidentische (bioidentische) Hormontherapie - Vitamin D-Diagnostik/Therapie - Mykotherapie
 
MIRENA SPIRALE

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Nachdem bereits mehr als 20 Jahre lang vergleichbare Spiralen in Skandinavien verwendet wurden, ist seit ca. 1997 auch in Deutschland eine Spirale erhältlich, die neben dem üblichen Spiraleneffekt auf Eitransport, Einnistung und Spermienbeweglichkeit zusätzlich durch kontinuierliche Gestagen-Hormonabgabe (Levonorgstrel) auf die Gebärmutterschleimhaut wirkt. Diese Spirale wird auch als Intra-Uterin-System (IUS) bezeichnet. Es kommt nur zu einem minimalem Übertreten von Gestagen in den Organismus. Dadurch werden die Monatsblutungen sehr schnell schwächer, in den meisten Fällen bleiben sie nach wenigen Monaten völlig aus. Der Hormonzyklus der Frau bleibt unverändert, auch die Eisprünge bleiben erhalten. Die Verflüssigung des Muttermundschleims während des Eisprungs entfällt, wie in einer Schwangerschaft wirkt der zähe Schleim hemmend auf mögliche aufsteigende Infektionen sowie auf ein Eindringen von Spermien. Allerdings treten in den ersten Monaten oft Zwischenblutungen auf, die Geduld erfordern, bis schließlich die Menstruation meist ganz ausbleibt. Insgesamt werden die Menstruationsschmerzen deutlich vermindert, im Gegensatz zur Pille tritt Migräne extrem selten auf.

In lokaler Betäubung (des Gebärmutterhalses) ist die Einlage relativ schmerzarm und in 15-20 Minuten vollzogen. Die Kontrolle der korrekten Lage des IUP in der Gebärmutter erfolgt unmittelbar nach der Einlage durch Ultraschall, nach 4-6 Wochen wird per Ultraschall nochmals die richtige Lage kontrolliert. Weitere Kontrollen werden alle 6 Monate empfohlen. Unmittelbar nach Entfernung der Hormonspirale treten wieder die gewohnten Menstruationen ein, eine längere oder dauerhafte Schädigung der Fruchtbarkeit - wie oft bei der Pille gesehen - existiert nicht. Besonders Frauen, die bisher wegen der stärkeren Blutungen von der Anwendung einer Spirale Abstand nehmen mussten, werden in der Hormonspirale eine brauchbare Alternative finden. Mittlerweile wird die Mirena-Spirale auch therapeutisch bei zu starken oder zu langen Monatsblutungen eingesetzt als Versuch, die Blutungen zu regulieren und einen operativen Eingriff zu vermeiden.

Update zur intrauterinen Verhütung: Der Verhütungsreport 2012 zeigte, dass rund 8% der hormonell verhütenden Frauen in Deutschland die Möglichkeiten der reversiblen Langzeitkontrazeption nutzen. Dabei wurde an der Entwicklung einer hormonellen Methode der Langzeitkontrazeption lange Zeit geforscht und mit Mirena das erste hormonfreisetzende Intrauterinsystem (IUS) zur Marktreife gebracht. Das Levonorgestrel freisetzende Intrauterinsystem Mirena wurde in Finnland entwickelt und wird seit den 1990er Jahren dort weit verbreitet angewendet, so dass z.B. in Finnland die Anwendungsrate heute bei über 14% liegt. In Deutschland verfügen Gynäkologen seit 1997 über Erfahrungen mit Mirena - ein Anlass für die Professoren Thomas Römer, Köln und Kai Bühling, Hamburg einen Review –Artikel zur intrauterinen hormonellen Kontrazeption in der renommierten Fachzeitschrift "Gynäkologische Endokrinologie"- zu veröffentlichen.

Anwendungserfahrungen
Die umfangreiche Literatur zur Anwendung von Mirena hat nach Ansicht der Autoren auch wichtige Antworten zu Fragen erbracht, die mit der Anwendung der Mirena verbunden sind: So sei die Rate der Extrauteringraviditäten in verschiedenen Studien untersucht worden – mit dem Ergebnis, dass unter Mirena eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft seltener sei als unter Metallspiralen und sogar seltener als bei Frauen ohne Kontrazeption. Weiterhin sei auch bei Nulliparae, also Frauen ohne bisherigen Geburten - wobei entsprechend der Fachinformation Mirena nicht die Methode der ersten Wahl ist - laut Studienlage keine erhöhte Perforationsgefahr zu finden. Eine große Anwenderinnengruppe umfassen nach Meinung der Autoren die Patientinnen, die Kontraindikationen gegen die Anwendung von oralen Kontrazeptiva haben und die auch keine systemische gestagen-basierte Kontrazeption mit Implantaten oder Injektionen wünschen bzw. wegen erhöhter Thrombosegefahr nicht anwenden dürfen. Hinzu kommt die Gruppe der Patientinnen, die wegen einer abgeschlossener Familienplanung eigentlich eine Tubensterilisation erwogen hatten aber aufgrund der positiven Beeinflussung des Blutungsverhaltens durch Mirena die Anwendung eines LNG-IUS der Tubensterilisation vorgezogen haben.

Zusammenfassung dieses Artikels:
Das Levonorgestrel-Intrauterin-System Mirena (LNG-IUS) ist eine innovative intrauterine hormonelle Kontrazeptionsmethode. Die hormonelle Wirkung ist – im Gegensatz zu den oralen hormonellen Kontrazeptiva – weitgehend lokal begrenzt. Die Sicherheit ist sehr hoch. LNG-IUS sind bei jeder Frau mit entsprechenden uterinen Voraussetzungen anwendbar. Die Indikation gilt auch für die Nulliparae, insbesondere auch dann, wenn für andere, systemische oder östrogenhaltige Methoden Kontraindikationen bestehen, auch für junge Frauen, wobei hier auf die kleinere Jaydess zu verweisen ist. Sehr wichtig ist der vorherige klinische Ausschluss von Infektionen. Empfehlenswert ist das Vorliegen eines unauffälligen zytologischen Abstriches, der möglichst nicht älter als 6 Monate sein sollte. Eine Einlage der Mirena nach der Geburt wird frühestens nach 6 Wochen empfohlen. Das Stillen wird durch die Mirena nicht beeinflusst, so dass sie auch zur Anwendung in der Laktationsperiode geeignet ist. Die Rate an Tubargraviditäten ist bei LNG-IUS niedriger als bei Frauen mit einem Kupfer-IUD oder ohne Kontrazeption. Initiale Blutungsstörungen sind unter LNG-IUS-Anwendung relativ häufig, bedürfen aber meist keiner Therapie. Initial können auch gehäuft funktionelle Ovarialzysten auftreten, die sich in den meisten Fällen spontan zurückbilden und keiner weiteren Therapie bedürfen. Bei Patientinnen mit bekannten Depressionen sollte die Mirena-Anwendung sorgfältig überlegt oder aber vermieden werden, hier kommt eher die Gold-Spirale in betracht. Nach der Anwendung eines LNG-IUS sind bezüglich der Fertilität keine Nachteile zu erwarten. Für die LNG-IUS gibt es verschiedene weitere Indikation oder positive Nebeneffekte: So wird die Hypermenorrhö (eine zugelassene Indikation für LNG-IUS) mit behandelt. Aber auch bei Patientinnen, die an einer Endometriose oder Adenomyosis leiden, hat LNG-IUS klinische Vorteile. So werden adenomyosisassoziierte Beschwerden in 70 % der Fälle mit einem LNG-IUS erfolgreich behandelt. Auch in der Perimenopause ist ein LNG-IUS als eine kontrazeptive Methode, die gleichzeitig auch eine Endometriumschutz bezüglich der häufig auftretenden Endometriumhyperplasien und östrogenbedingten Blutungsstörungen hat, sinnvoll. Hier ist auf die Wichtigkeit der Anwendung von naturidentischen Hormonen in dieser Lebensphase deutlich hinzuweisen.

Die Sicherheit der Hormonspirale wird mit der Sterilisation verglichen und sie kann 5 Jahre in der Gebärmutter belassen werden. Ein Austausch in gleicher Sitzung ist problemlos.

Das Spektrum der intrauterinen hormonellen Kontrazeption wird mit einem kleineren und noch niedriger dosierten System (Jaydess®) erweitert. Vorteile sind hier vor allem die einfachere und noch schmerzlosere Insertion bei Nulliparae sowie die geringere Größe des IUS bei kleinerer Gebärmutter.

 

 
   

 
   
 
 
   
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