Beratung Rezeptierung Schwangerschaftsverhütung
  Frauengesundheit Vallendar Dr. med. Roland Mathan
Frauenarzt - Homöopath
Naturheilkunde - Naturidentische (bioidentische) Hormontherapie - Vitamin D-Diagnostik/Therapie - Mykotherapie
 
BERATUNG REZEPTIERUNG SCHWANGERSCHAFTSVERHÜTUNG

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Allgemeine Vorbemerkung zur Verhütung

Verhütungsmaßnahmen, incl. der Pille danach liegen grundsätzlich in der Verantwortung jedes Einzelnen. Deswegen sind auch die Verhütungsmittel mit wenigen Ausnahmen selbst zu bezahlen, nämlich:

  • Patientin ist unter 20 (Stichtag 20. Geburtstag) mit Ausnahme von Langzeitverhütungsmethoden wie Spiralen, wenn sie über
  • Es liegen Krankheiten vor, die nur spezielle kostenpflichtige Verhütungsmittel erlauben oder diese notwendig machen (nach Kostenübernahmeantrag an die Krankenkasse)
  • Die Beratung zur Verhütung allgemein ist Leistung der Krankenkassen

Seit 2015 kann die Notfallverhütung, die Pille danach ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden. Hier empfiehlt sich nach 4-6 Wochen nach Anwendung eine gynäkologische Untersuchung, um Unterleibsveränderungen oder Komplikationen zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern

 

1. Verhüten – aber wie?

Die Vielzahl möglicher Methoden, ihre unterschiedliche Zuverlässigkeit, mögliche Nebenwirkungen (erwünschte und unerwünschte), evtl. Spätfolgen und die Kosten müssen individuell abgewogen werden. Dazu ist die Selbstbestimmung der Frau über ihre Empfängnisfähigkeit ein Thema, das von vielen gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Aspekten beeinflusst und oft in unsachlicher Weise verzerrt wird.

Ängste der verhütenden Frau, durch "Chemie" oder andere unnatürliche Faktoren fremdbestimmt oder geschädigt zu werden, müssen ebenso ernstgenommen werden wie die Tatsache, dass die Natur nur die Fruchtbarkeit als Prinzip erfunden hat – eine 100%ige Verhütung mit natürlichen Methoden dagegen der Natur zuwiderlaufen muß und deshalb nicht garantiert werden kann.

Neben dem gewünschten Maß an Zuverlässigkeit, der beabsichtigten Dauer und körperlichen Voraussetzungen werden auch persönliche Vorlieben bzw. Abneigungen sowie das Sexualverhalten der betroffenen Frau bzw. des Paares bei der Entscheidung für eine bestimmte Form der Empfängnisverhütung zu berücksichtigen sein.

Nachfolgend werden die diversen Möglichkeiten mit ihrer Funktionsweise, Zuverlässigkeit sowie Vor – und Nachteilen beschrieben. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Links.

Diese sachlichen Informationen sollen Ihnen helfen, gut informiert auf das ärztliche Gespräch vorbereitet zu sein.

 

2. Natürliche Verhütungsmethoden

Neben dem Coitus interruptus, dem unterbrochenen Geschlechtsverkehr mit Herausziehen des Penis aus der Scheide vor dem Samenergus (Ejakulation), der die unsicherste Methode darstellt, sind hier vor allem Barrieremethoden, Temperaturmessung und Vaginalschleimuntersuchung zu nennen. Durch die Messung des Eisprung-auslösenden Hormons im Urin mit einem Klein-Computer (z.B. Persona®) kann sogar der Anstieg dieses Hormons unmittelbar vor dem Eisprung erfasst werden. Zahlreiche Störfaktoren (Infekte, Schlafmangel, Zeitverschiebung bei Schichtdienst, Reisen etc.) können die Zuverlässigkeit der ermittelten Daten verringern.

Auch ist erhebliche Disziplin und Genauigkeit bei der Erfassung der Signale Ihres Körpers unerläßlich. Bedenken Sie auch, dass die Natur dafür gesorgt hat, dass Sie gerade während der empfänglichen Tage besonders viel Lust zu Sex haben – die Gefahr zu kennen heißt noch nicht, ihr in jedem Fall auszuweichen zu können. Dem Vorteil, möglichst wenig in die Natur einzugreifen, steht der Nachteil nur beschränkter Zuverlässigkeit entgegen.

In erster Linie sollte eine Frau, für die eine ungeplante Schwangerschaft keine Katastrophe darstellt, deren Verhütungswunsch also relativ ist, eine solche Methode anwenden.

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3. Pille

Seit ihrer Entwicklung in den Sechziger Jahren hat sie wie kein anderes Verhütungsmittel zuvor die Empfängnisregelung der Frau revolutioniert.

Daher einige Worte zur Funktionsweise:

Zu Beginn des weiblichen Zyklus, also mit dem 1. Tag der Menstruation, werden jeden Monat viele hundert Eizellen durch ein Hormon der Hirnanhangdrüse aktiviert und Follikelbläschen reifen im Eierstock heran.

Nur der biologisch beste dieser Follikel erreicht die zum Eisprung erforderliche Größe. Bei Erreichen eines bestimmten Östrogen-Blutspiegels löst die Hirnanhangdrüse über ein weiteres Hormon das Platzen des ca. 2 cm grossen Follikels aus (Eisprung). Die winzige Eizelle wird dann im Eileiter aufgenommen und ggf. von der eingewanderten Samenzelle dort befruchtet.

Nach ca. 7 Tagen erreicht die sich nun bereits teilende Eizelle die Gebärmutterhöhle, deren Schleimhaut mittlerweile von vielen Blutgefäße durchzogen ist und das keimende Leben mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen kann. Die frische Schwangerschaft wächst heran. Die Produktion des Schwangerschaftshormons und des Gelbkörperhormons bewirken das Ausbleiben der Menstruation.

Ohne Schwangerschaft blutet die Schleimhaut wieder ab, ein neuer Zyklus beginnt.

Die Pille greift in diesen Zyklus ein, indem sie der Frau täglich eine kleine Menge eines künstlichen Gelbkörperhormones (eines sog. Gestagens) zuführt. Dadurch wird dem Körper der Frau vorgegaukelt, der Eisprung sei schon geschehen. Folglich finden keine Follikelreifungen mehr statt, der Eisprung bleibt aus. Ausserdem führt die gleichzeitige Gabe eines künstlichen Östrogens zu einem unvollständigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut– eine Einpflanzung der Eizelle wäre selbst nach erfolgter Befruchtung beeinträchtigt. Auch die Verflüssigung des Schleims des Muttermundhalskanals beim Eisprung, der erst das Eindringen der Spermien ermöglicht, bleibt aus - die Gebärmutter bleibt abgedichtet.

Die Pille führt weiter zu einer Rhythmisierung des weiblichen Zyklus. Außerdem wird die Blutung deutlich schwächer und schmerzärmer. Zusätzlich kann über die Auswahl des Präparates fettige Haut (Akne) und Haarausfall behandelt werden, ggf. auch eine Menstruation verschoben werden. Inzwischen kommen schon Pillen für den Langzeitzyklus zur Anwendung, d.h. die Pille wird 3-4 Monate durchgehend eingenommen.

Bei Frauen mit bestimmten Hormonstörungen kann die Unterdrückung des eigenen krankhaften Zyklus durch die Pille sogar die Erhaltung der Fruchtbarkeit für später bedeuten (durch einen Schutz der Eierstöcke vor zunehmender Zystenbildung).

Bei Endometriose (versprengter Gebärmutterschleimhaut, siehe Link) kann die Pille erneute Krankheitsschübe und somit Operationen und Unfruchtbarkeit vermeiden

Die Pille muss (bis auf die Pillenpause) täglich genommen werden, Verspätungen bis zu 6 Stunden sind allerdings kein Problem. Die Höhe der Östrogendosis in einer Pille beeinflusst die Zuverlässigkeit der Blutung (d.h. mehr Östrogen bedeutet weniger Zwischenblutungen), die ohnehin große Sicherheit der Verhütung wird dadurch nicht verändert. Da auch die unerwünschten Nebenwirkungen (Migräne, Brustspannen, Wassereinlagerung, Gewichtsveränderung, Libidoveränderung) von der Dosis des Östrogens und der Art und Dosis des Gestagens abhängen, muß für jede Frau die richtige Pille unter den zahllosen auf dem Markt befindlichen Pillen gefunden werden – ein Kompromiss aus "sowenig wie möglich" und "soviel wie nötig".

Nur wenige Gesundheitsstörungen verbieten die Einnahme der Pille, darunter z.B. erbliche Störungen der Blutgerinnung (Thromboseneigung), eine Brustkrebserkrankung der Frau und seltene Lebertumoren.

Die Kombination von Rauchen und Pille erhöht das Risiko von Gefäßerkrankungen, besonders bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren (Alter über 40 Jahre, Hochdruck, Übergewicht).

Zusammengefasst stellt die Pille ein sehr sicheres Verhütungsmittel dar Viele der Nebenwirkungen können im Einzelfall sehr erwünscht und dem Wohlbefinden förderlich sein. Unangenehme Nebeneffekte lassen sich oft durch Wechsel des Präparates abstellen.

Die Kosten sind privat zu tragen.

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4. Pille danach

Ist es an einem vermutlich empfängsbereiten Tag zu ungeschütztem Verkehr gekommen, kann binnen max. 72 Stunden noch die „Pille danach“ gegeben werden. Je früher die Einnahme dieses Medikamentes (1-2 Tabletten innerhalb 12-72 Stunden) erfolgt, desto sicherer wird der Eitransport im Eileiter und die Einpflanzung in der Gebärmutter gestört.

Dieses Medikament enthält die gleichen Wirkstoffe wie eine Anti-Baby-Pille, jedoch in höherer Dosierung. Wegen möglicher Nebenwirkungen muß deshalb immer zunächst mit dem Arzt geklärt werden, ob Kontraindikationen, v.a. familiäre Thromboseneigung oder Blutgerinnungsstörungen vorliegen und die Einnahme wirklich nötig ist.

Die Kosten müssen ab dem 20. Geburtstag privat getragen werden.

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5. Minipille

Oft durch die verwirrende Ähnlichkeit des Begriffes der Mikropille (=normale Pille mit sehr geringen Östrogengehalt) mit dieser verwechselt, stellt die Minipille ein völlig anderes Prinzip dar:

Durch die ausschließliche tägliche (d.h. pausenlose) Gabe eines künstlichen Gelbkörperhormons ohne jedes Östrogen wird der Eitransport im Eileiter beschleunigt und die Einpflanzung der befruchteten Eizelle durch niedrig gehaltene Gebärmutterschleimhaut verhindert. Dagegen ist die Verhinderung des Eisprungs fraglich! Aus der permantenen Gelbkörperhormon-Wirkung auf die Gebärmutterschleimhaut resultiert die Häufigkeit von Zwischenblutungen und unregelmäßigen Menstruationen bei Anwendung dieser Präparate. Die Einnahme muss mit erheblicher Pünktlichkeit erfolgen (maximal innerhalb 2-3 Stunden der gewohnten Zeit)!

Östrogen-bedingte Nebenwirkungen (Migräne, Brustspannen, Wassereinlagerung) fallen weg. Bei Endometriose kann auch die Minipille einem erneuten Krankheitsschub entgegenwirken.

Die Zuverlässigkeit der Verhütung im Vergleich zur Mikro-Pille" ist etwas geringer.

Die Kosten sind privat zu tragen.

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6. Weitere Möglichkeiten

  • Vaginaler Verhütungsring (NuvaRing)
  • Dreimonatsspritze
  • Kupferspirale
  • Goldspirale
  • Hormonspirale
  • Hormonimplantat
  • Einsetzen von Implantaten
  • Verhütungsring (NUVARing®)
  • Verhütungspflaster (Evra®)
  • Sterilisation der Frau / des Mannes

Mehr Informationen zu diesen Verhütungsmethoden finden Sie bei Wunschleistungen spezielle Verhütungsmethoden im Rahmen der Schwangerschaftsverhütung.

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7. Spiralenverhütung

Schon vor Tausenden von Jahren war den Völkern Mesopotamiens bekannt, dass in die Gebärmuttereingeführte kleine Fremdkörper bei Nutztieren (wie z. B. Kamelen) eine unerwünschte Empfängnis (z.B. auf beschwerlichen Karawanen) vermeiden können. Heute wissen wir, dass dieser Effekt auf dem beschleunigten Eitransport durch die Eileiter sowie auf der Wirkung des Fremdkörpers mit Behinderung einer Einnistung beruht. Statt der in der Antike verwendeten Kieselsteinchen finden heute speziell gefertigte Intrauterin-Pessare aus gewebeverträglichem Kunststoff Verwendung, wobei eine zusätzliche Ummantelung mit Kupfer eine spermien-abtötende bzw. bewegungsreduzierende Wirkung hat und somit eine gesteigerte Zuverlässigkeit schafft. Im Laufe der Jahrzehnte sind immer bessere Formen solcher Spiralen (die längst nicht mehr die Form einer Spirale haben) gefunden worden. Besonders Frauen, die bereits Kinder geboren haben, tolerieren diesen Fremdkörper gut. Übersteigerte Thromboseneigung, Rauchen, Hochdruck und Übergewicht, Lebertumoren oder Brustkrebs stellen keine Kontraindikationen dar. Dagegen sind angeborene Anomalien der Gebärmutter (Doppelung etc.) oder Myomen in der Gebärmutterwand meist zwingende Kontraindikationen.

Die Spirale ist gerade dann eine gute Verhütungs-Alternative, wenn die Pille zunehmende Gefahren mit sich bringt: Bei der reiferen, hochdruckkranken oder übergewichtigen Frau jeweils über 30 oder immer bei rauchenden Frauen, deren Infektionsrisiko durch eine stabile Partnerschaft gering ist, die evtl. bereits Kinder geboren und wahrscheinlich keinen späteren Kinderwunsch mehr haben, ist eine Spirale eine optimale Verhütungsmethode. Auch Frauen, bei denen von der Einnahme der Pille wegen Kontraindikationen (Krampfadern, Thromboseneigung, Migräne etc.) ärztlich abgeraten werden muss, finden hier ggf. eine annehmbare und sichere Alternative. Bei Myomen in Schleimhautnähe der Gebärmutter ist die Spiralenanwendung meist nur eingeschränkt möglich, kann jedoch (siehe Mirena) sogar eine Therapieoption darstellen.

Am liebsten würden wir in der Praxis eine Spirale mit natürlichen Gelbkörperhormonen anbieten, die aber leider nicht auf dem Markt ist, es muss hier also manchmal ein Kompromiss eingegangen oder auf die Goldspirale zurückgegriffen werden.

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Frauenarztpraxis - Dr. med. Roland Mathan - Höhrer Str. 34 - 56179 Vallendar - Tel.: +49 (0) 261 - 9623350 - E-Mail: praxis (at) mathan (dot) de